Montag, 11. Juli 2011

Warum wir die Aktion „Worte sind wertvoll“ starteten?

Am Anfang stand der Tarifkonflikt der Tageszeitungs-Journalisten. Es galt in dieser verfahrenen Situation zu überlegen, auf welchem Weg man die geplante Entwertung dieses Berufsstandes verhindern kann. Denn nichts anderes verheißen die immer noch aktuellen Tarifpläne der deutschen Verleger, die insbesondere für Nachwuchsjournalisten deutlich schlechtere Rahmenbedingungen fordern. So etwas, meinen viele Betroffene, können nur Leute wollen, die vergessen haben, dass fundierter Journalismus nur auf Basis einer ausreichenden Existenzgrundlage und einer fairen Entlohnung gedeiht.

Wir suchten unverbrauchte Werkzeuge, mit denen man auf kreative Weise Bewusstsein für Qualitätsjournalismus erzeugen kann.
Wir wollten weg von klassischen Streikaktionen.

Nicht protestieren, sondern umarmen, lautet nun die Devise.

Ob Leser, Zuhörer, Zuschauer, Journalisten oder Verleger – wir haben uns vorgenommen, möglichst viele Leute für eine Botschaft zu begeistern, die alle mittragen können: „Worte sind wertvoll.“ Dieser Slogan soll in der Öffentlichkeit wirksam werden, um ein neues Bewusstsein für Qualität zu erzeugen. Möglichst jeder soll sich davon angesprochen fühlen und unsere Botschaft weitertragen - in andere Städte, zu anderen Unternehmen oder in Universitäten. So werben wir für Qualitätsjournalismus.

Doch nicht nur das: Wir hoffen, dass vor dem Hintergrund, dass marktwirtschaftlichen Gesetzen zufolge Worte, Sätze, Texte in der Überflussgesellschaft an Wert verlieren, möglichst viele sich bewusst werden, wie wichtig das Wort für uns alle ist. Und wir betonen, dass nicht trotz, sondern gerade wegen der in Zeiten des Internets kostenlos zur Verfügung stehenden unzähligen Informationen sauberer Journalismus wichtig ist. Wie viele Menschen wir erreichen, hängt von uns allen ab - davon, ob wir die Botschaft weitertragen.

Das alles mag für manche naiv klingen.
Für uns ist es eine Herzensangelegenheit.
Text: Josef Karg

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